Welche Zukunft für das Leimental?

07.03.2017

Die rund 85'000 Leimentalerinnen und Leimentaler sollen auch künftig von einem vitalen Wirtschaftsraum und einem Lebensraum mit hoher Qualität profitieren. Dazu braucht es einen Effort, der die Gemeindegrenzen sprengt. Nun haben sich 13 Baselbieter und Solothurner Gemeinden aufgemacht, gemeinsam die räumliche Zukunft des Leimentals zu planen. Bis Ende 2017 entwerfen sie ein regionales Raumkonzept Leimental und werden da-nach konkrete Massnahmen erarbeiten.

Ein Blick in die Statistik zeigt: Das Leimental ist ein dynamischer Raum. Nicht nur ist die Bevölkerung in den letzten zehn Jahren im Vergleich zu anderen Regionen in der Nordwestschweiz überdurchschnittlich gewachsen. Auch die Anzahl Arbeitsplätze hat seit 2005 um rund 3000 zu-genommen, auf etwa 23'000 – umgerechnet auf Vollzeitstellen. Und gemäss den Prognosen der statistischen Ämter von Kantonen und Bund könnte es so weitergehen. Eine vorausschauende Planung tut daher Not, denn der Wachstumsdruck, die Notwendigkeit der Siedlungsentwicklung nach innen, die hohe Verkehrsnachfrage sowie die Sicherung von Naherholungs- und Grünräu-men sind Herausforderungen, die angepackt werden müssen. Aber dies funktioniert nur – und das bestätigen die Erfahrungen aus dem Birstal oder anderen Regionen – wenn alle Gemeinden gemeinsam am Planungstisch sitzen.

13 Gemeinden planen
2015 haben sich 13 Gemeinden an die Arbeit gemacht. Es sind dies Allschwil (BL), Bättwil (SO), Biel-Benken (BL), Binningen (BL), Bottmingen (BL), Burg (BL), Ettingen (BL), Hofstetten-Flüh (SO), Oberwil (BL), Rodersdorf (SO), Schönenbuch (BL), Therwil (BL) und Witterswil (SO). Im Auftrag der genannten Gemeinden konnte die bereits bestehende Verkehrs- und Raumplanungs-kommission Leimental (VRKL) die Arbeiten zügig an die Hand nehmen und hat im Frühling 2016 einen ersten Auftrag erteilt: Die Ausarbeitung des Regionalen Raumkonzeptes Leimental. «Mit diesem Konzept, das Ende 2017 vorliegen wird, werden wir eine klare Analyse haben und die Optionen für die künftigen Entwicklungen kennen», beschreibt der Oberwiler Gemeinderat und Präsident der VRKL Christian Pestalozzi den Zweck dieser Arbeiten. Es soll eine breite Debatte zwischen Fachleuten, politisch Verantwortlichen und der Bevölkerung ermöglicht werden. Denn nur mit dem rechtzeitigen Einbezug aller politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kräfte sei es möglich, so Pestalozzi, die Planung an den Bedürfnissen der Menschen auszurichten: «Wir wollen ja nichts weniger als die Förderung des Wirtschaftsstandorts und die Bewahrung und Verbesserung der Lebensqualität.» Ausserdem könne das Leimental den Trumpf seiner Landschaft noch mehr für die Naherholung und den sanften Tourismus ausspielen. Und nicht zuletzt gelte es die Verkehrsprobleme anzupacken und zu lösen. Die externen Fachleute, die nun in enger Zusammenarbeit mit der VRKL einen Entwurf des Raumkonzepts erarbeiten, werden auch die französischen Nachbargemeinden sowie Metzerlen-Mariastein und der Kanton Basel-Stadt, berücksichtigen.

Bevölkerung einbeziehen – (fast) von Anfang an
An einem ersten Workshop im vergangenen November haben Vertreterinnen und Vertreter aus den beteiligten Gemeinden ihre Ansichten und Kenntnisse zur Abrundung der Auslegeordnung eingebracht. An einem zweiten Workshop Ende März 2017 werden die Gemeinden und Kantone die vom beauftragten Planungsteam erarbeiteten strategischen Stossrichtungen kommentieren und Vorgaben für die Ausarbeitung möglicher Massnahmen machen. Sobald die konkreten Er-gebnisse zur Verfügung stehen, was Ende 2017 der Fall sein wird, soll eine breitere Debatte er-möglicht werden: Die Bevölkerung soll 2018 die Möglichkeit erhalten, das Konzept, das auch ein Zukunftsbild zum Leimental im Jahr 2035 enthalten wird, zu kommentieren, zu bewerten und zu ergänzen. Es wird gelten, aus der langfristigen Planungsperspektive konkrete, kurzfristige und politisch mehrheitsfähige Massnahmenpakete zu schnüren.

Mehrfache Wirkungen
Dank den Arbeiten am regionalen Raumkonzept Leimental wird nicht nur der Informationsaustausch zwischen den Gemeinden verbessert. Auch das gemeinsame Verständnis für ein Leimental, das mehr ist als die Summe seiner Gemeinden, wird gestärkt werden. Damit wäre die Basis gelegt für ein konsensfähiges und regionales Bild, das die künftige Entwicklung des Leimentals beschreibt und zur Entscheidungsgrundlage für Kantone und Gemeinden werden kann. Und nicht zuletzt wird das Raumkonzept wichtige Informationen für die nächste Generation des Agglomerationsprogramms liefern. Dieses ist die Voraussetzung dafür, dass sich der Bund an der Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur in der Region Basel beteiligt.

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